"Die Jünger Jesu" nach Leonhard Frank bis 22.7. in den Kammerspielen - drei Zusatztermine

gp jünger 2015 randDie Aktion "Würzburg liest ein Buch" stellte im letzten Jahr "Die Jünger Jesu" von Leonhard Frank ins Rampenlicht. Nun ist der Romanstoff in einer Bühnenfassung von Ulrike Schäfer (Leonhard-Frank-Preis 2014) in den Kammerspielen des Mainfranken Theaters Würzburg zu sehen. Uraufführung war am 11. Juni 2015, weitere Termine: 18.6./ 23.6./ 2.7./ 17.7./ 21.7./ 22.7.

Wegen der großen Nachfrage sind drei Zusatztermine angesetzt: Am 17., 21. und 22.7. werden "Die Jünger Jesu" auch um 18 Uhr aufgeführt. Informationen und Reservierung auf der Website des Mainfranken Theaters.

 

Sie nennen sich nach den Aposteln und haben eine Mission: Die Jünger Jesu sind Würzburger Jugendliche, die kurz nach Kriegsende in ihrer Stadt für mehr Gerechtigkeit sorgen wollen. Denn die knappen Lebensmittel und Güter sind ungleich verteilt. Einige horten ihre Besitzstände, andere müssen hungern und frieren. Die Jünger Jesu nehmen deshalb von den Reichen und geben den Bedürftigen. Aber diese Umverteilungsaktion ist nicht immer ganz ungefährlich …

In parallelen Handlungssträngen erzählt Leonhard Frank in seinem Roman vom untergründig schwelenden Neonazismus im Nachkriegsdeutschland, von der tragischen Liebe zwischen einem deutschen Mädchen und einem amerikanischen Soldaten und vom Schicksal der jüdischen Heimkehrerin Ruth.

Das Konzept und erste Szenen dieser Bühnenfassung wurden mit dem Leonhard-Frank-Preis 2014 ausgezeichnet. Aus der Jurybegründung:

"Ulrike Schäfer geht in ihrer Bearbeitung der Frage nach, wie sich die Würzburger Bürgerschaft nach der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg neu sortiert, mit all ihren Kontinuitäten und Brüchen. Der utopische Entwurf der 'Jünger Jesu' soll dabei als eine gesellschaftlich reale Option verstanden werden, die weder idealisiert noch von vornherein ideologisiert wird. Ihre Erzählhaltung orientiert sich an Brechts Dreigroschenoper: Und so vermeidet sie in ihrem Zugriff alles Pathetische und Moralische von Leonhard Franks Stoff und arbeitet vielmehr mit Überzeichnung und Ironie."