Erhard Löblein: Gedankenspiel

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Ich mache mir Gedanken,
ob das Häufchen Asche,
das von mir bleibt,
so trostlos grau sein wird

Wie schon mein Haar ist
und die Haut sich färbt,
als wären
letzte Tage von Pompeji

Oder ob in grauer Masse
doch die Ahnung ist
von Blau, wie es mich
lebenslang berührte

Vielleicht auch minimale Reste
rosafarben,
wie ich die Zukunft
mir ein wenig heller malte

Sind Spuren noch zu finden
jener Farbe –
ein herzenswarmes
Rotorange –

Wie es der Himmel hatte,
als ich ratlos stand
und Sie mir herzlich
in die Seele lachte?
Ich mache mir Gedanken,
wie sich Asche anfühlt,
die bleibt von Fleisch und Blut
und von der Seele

Rieselt sie unfassbar
und warm zwischen den Fingern
wie beiger Sand damals
am Strand Italiens?

Klebt sie vielleicht und klumpt
an jungen forschen Händen
wie einst das Pech mir
an der glatten Haut?

Oder ist sie so leicht
wie nicht gelebtes Leben.
Macht sich davon.
Wird was sie war. Ein Nichts?

Gleichwohl – Entzündet mir
ein Feuer unterm Hintern.
Fand sich so lange keiner,
der es tat

 

© Erhard Löblein