Roman Rausch

 

Schreiben ist eine Lebenseinstellung.

Am Anfang war das Wort. Falsch. Am Anfang war der Gedanke, besser, die Erfahrung.

Mein Anfang war Mitte dreißig. Ich befand mich in elftausend Meter Höhe - unter mir das Blau der Karibik und die im Ostwind gebeugten Palmen von Key West.
In einem Erste-Klasse-Sitz ließ sich vorzüglich lesen. Doch die Lektüre war fahrlässig gewählt. Der Bericht einer amerikanischen Trendforscherin über die zehn kommenden Jahre sollte mir die Kurzweil vermiesen. Von Lebensmittelskandalen, Cocooning und Naturkatastrophen war da die Rede. Anfang der 90er Jahre war das eine abenteuerliche Botschaft. Wir lebten in Wohlstand und fern von jeglicher Gefahr.
Trotzdem begann ich über meine Tätigkeit als Marketeer eines global agierenden Unternehmens nachzudenken. Inwieweit trugen ich und meine Tätigkeit zu dieser Entwicklung bei?
Angekommen dämmerte ich durch die von Wind und Sonne verwöhnten Tage. Gänzlich vom Meer vereinnahmt, von süßem Zigarrenduft und schwerem Rum vernebelt, döste ich auf dem Stuhl von Ernest im Sloppy Joe's vor mich hin. Durch die Tür gleißte das Blau herein und vereinnahmte mich ganz. Nasty dogs und funky kings meiner geliebten Band aus Texas bereiteten mir eine gänzlich neue Erfahrung zur weihnachtlichen Stunde.
Ein paar tausend Kilometer östlich scharten sie sich gerade um den Weihnachtsbaum. Oh du Fröhliche. Der Rum in meinem Schädel begann sich mit der Brandung zu verschwören, meine Sinne tanzten Salsa. Schnell raus hier. Ich stürzte mich kopfüber in das salzige Blau. Mein Auge erblickte eine Muschel, teilnahmslos im Sand eingegraben.
Später reiste ich quer über die Halbinsel Yucatan - vorbei an nackten Kindern, die mit Schweinen im Schlamm spielten. Die Mütter klopften abseits Mais zu Brei. Der Reiseführer hatte vom Paradies gesprochen. Am Strand der Isla de Gozumel beobachtete ich Deutsche und Amerikaner wie sie verschnittenes Dope vertickten. Die mexikanische Polizei scherte das nicht. Im Gegenteil, man musste sich vor ihr Acht nehmen. Ein Bündel Dollars war der Garant für die Freiheit.

Erlebnisse dieser Art begleiten mich bis heute. Sie sind der Grund für meine Schriftstellerei.

 

Veröffentlichungen

Vollständige Publikationsliste unter www.roman-rausch.de.

Die Thriller um den Profiler Levy:

Und ewig seid ihr mein. Thriller, Rowohlt 2006
Code Freebird. Thriller, Rowohlt 2006
Weiß wie der Tod. Rowohlt 2007

Die Kilian-Krimireihe:

Tiepolos Fehler. Rowohlt 2004
Wolfs Brut. Rowohlt 2004
Die Zeit ist nahe. Rowohlt 2004
Der Gesang der Hölle. Rowohlt 2005
Der Bastard. Rowohlt 2007
Das Mordkreuz. Rowohlt 2008
Die Seilschaft. Rowohlt 2010

Historische Romane:

Das Caffeehaus. Rowohlt 2009
Die Kinderhexe. Rowohlt 2011
Die Kinder des Teufels. Rowohlt 2012
Die letzte Jüdin von Würzburg. Rowohlt 2014

Weitere Veröffentlichungen:

Meet the Monster. Kriminalerzählung, Edition Nautilus 2008
(auch als Theaterstück mit Anna Cron)
No Surrender. Aufzeichnungen aus dem kollektiven Freizeitpark. Books on Demand 2001

Rund ums Schreiben:

Schreib-Coaching.

Die klitzekleine Schreibfibel. storials 2002
Krimis schreiben. storials 2004

 

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Wikipedia-Eintrag

Rowohlt

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